Foursome im Golf einfach erklärt
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Zwei Spieler, ein Ball, abwechselnde Schläge. Diese Spielform verlangt Absprache und Regelsicherheit, weil jeder Fehler direkt beim Partner landet. Geregelt ist sie in Regel 22 der offiziellen Golfregeln.

Das Wichtigste in Kürze
Zwei Spieler bilden eine Partei und spielen abwechselnd einen einzigen Ball, geregelt in Regel 22 der offiziellen Golfregeln.
- Vier Personen stehen auf dem Platz, aber nur zwei Bälle sind im Spiel, pro Partei genau einer
- Im Deutschen heisst die Spielform klassischer Vierer, in der Schweiz sind beide Begriffe gebräuchlich
- Vor dem Start legt ihr fest, wer die ungeraden und wer die geraden Löcher abschlägt, danach gilt diese Aufteilung die ganze Runde
- Strafschläge verändern die Schlagreihenfolge nicht, den provisorischen Ball spielt derjenige, der auch den ursprünglichen Schlag ausgeführt hat
- Die gemeinsame Spielvorgabe entsteht üblicherweise aus beiden Course Handicaps addiert und geteilt durch zwei
- Die Spielform ist unter dem World Handicap System nicht handicap-relevant, eine schwache Runde kostet dich also kein Handicap
- Gespielt wird als Zählspiel oder als Lochspiel, in der Schweiz unter anderem bei den Interclub-Meisterschaften von Swiss Golf
- International fest verankert im Ryder Cup und im Solheim Cup
- Beide Partner brauchen dasselbe Ballmodell, weil nur ein Ball im Spiel ist
Woher der Begriff stammt und was er bedeutet
Der Begriff taucht auf Startlisten, in Clubausschreibungen und in der Turnierberichterstattung auf. Er stammt aus dem Englischen und beschreibt eine der ältesten Teamspielformen im Golf. Wer ihn zum ersten Mal liest, deutet ihn fast immer falsch.
Bevor es um Regeln und Wertung geht, lohnt sich deshalb ein Blick auf das, was hinter dem Wort steckt und wie es sich von ähnlich klingenden Formaten unterscheidet.
Vier Personen auf dem Platz und nur zwei Bälle
Zwei Parteien mit je zwei Spielern treten gegeneinander an. Das ergibt vier Personen auf der Bahn, aber eben nur zwei Bälle im Spiel. Jede Partei hat genau einen Ball, den sich beide Partner teilen.
Genau hier liegt die häufigste Fehlannahme. Der Name klingt nach vier Bällen, und viele Einsteiger rechnen deshalb mit einem lockeren Flight, in dem jeder sein eigenes Spiel macht. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Du gibst die Kontrolle über deinen Ball nach jedem Schlag ab.
Regeltechnisch werden beide Partner als eine Einheit behandelt. Was dein Partner tut, gilt als Handlung eurer Partei. Ihr dürft euch beraten, den Ball für den anderen markieren und die Spiellinie zeigen. Diese Zusammenarbeit ist ausdrücklich erlaubt und ein zentraler Bestandteil der Spielform.
Warum die deutsche Bezeichnung klassischer Vierer lautet
Im deutschsprachigen Raum heisst diese Spielform offiziell klassischer Vierer. Die englische Entsprechung ist das Foursome, und in der Schweiz begegnen dir beide Varianten. Welcher Begriff in der Ausschreibung steht, hängt meistens davon ab, wie international der jeweilige Club aufgestellt ist.
Der Zusatz klassisch ist dabei kein Schmuck, sondern eine Abgrenzung. Er unterscheidet die reine Form, in der ab dem Abschlag abgewechselt wird, von Varianten wie dem Vierer mit Auswahldrive.
Der Unterschied zu Vierball und Greensome

Der Vierball ist das Format, mit dem der Vierer am häufigsten verwechselt wird. Dort spielt jeder Spieler seinen eigenen Ball, gewertet wird pro Loch das bessere der beiden Ergebnisse. Vier Personen bedeuten dort also tatsächlich vier Bälle.
Der praktische Unterschied ist gross. Der Vierball verzeiht Fehler, weil ein katastrophales Loch des einen durch ein solides Loch des anderen aufgefangen wird. Beim Vierer gibt es dieses Sicherheitsnetz nicht. Jeder Fehlschlag landet unmittelbar beim Partner, der aus der entstandenen Lage weiterspielen muss.
Der Greensome liegt dazwischen. Beide Partner schlagen ab, danach wählt die Partei den besseren der beiden Bälle aus und spielt ab dort abwechselnd weiter. Dadurch fällt der Druck vom Abschlag weg, ohne dass der Wechselrhythmus verloren geht. Für gemischte Teams aus Einsteigern und erfahrenen Spielern ist das oft die angenehmere Wahl.
Wo dir der Begriff in Turnierausschreibungen begegnet
Auf Startlisten und in Clubausschreibungen steht meist nur die Kurzform, ohne weitere Erklärung. Entscheidend ist der Zusatz daneben. Steht dort Zählspiel, zählt die Summe aller Schläge. Steht dort Lochspiel, geht es Loch für Loch. Häufig findest du zusätzlich einen Hinweis auf die Wertung nach Stableford.
Bei gemischten Turnieren steht oft Mixed davor. Dann besteht jede Partei aus einer Spielerin und einem Spieler. Wenn dir etwas unklar bleibt, hilft ein Blick in das Turnierreglement deines Clubs. Dort sind auch Sonderregelungen hinterlegt, die nur für dieses eine Wettspiel gelten.
So läuft eine Runde in dieser Spielform ab
Wer nach den Golf Foursome Regeln sucht, landet zwangsläufig bei Regel 22 der offiziellen Golfregeln. Abgesehen von der vorgeschriebenen Wechselreihenfolge gelten dort dieselben Bestimmungen wie im Einzelspiel. Die entscheidenden Abweichungen betreffen den Abschlag, den Schlagwechsel und den Umgang mit Strafsituationen.
Die Abschlagreihenfolge nach geraden und ungeraden Löchern

Vor dem ersten Abschlag legt ihr fest, wer die Löcher mit ungerader Nummer übernimmt und wer die geraden. Diese Aufteilung gilt anschliessend für die komplette Runde und darf unterwegs nicht getauscht werden.
Wichtig ist der Bezugspunkt. Die Reihenfolge hängt an der Nummer des Lochs, nicht daran, wer das vorherige Loch beendet hat. Auch wenn dein Partner den letzten Putt versenkt hat, schlägst du am nächsten Loch ab, sofern dir dieses Loch zugeteilt ist.
Der Wechsel nach jedem Schlag

Nach dem Abschlag geht die Verantwortung mit jedem einzelnen Schlag an den Partner über. Das gilt bis zum Einlochen und schliesst kurze Putts auf dem Grün ausdrücklich mit ein.
Für Einsteiger ist das die grösste Umstellung. Du spielst regelmässig aus Lagen, die du selbst nie gewählt hättest, mit Schlägern und Distanzen, die du im Einzelspiel meiden würdest. Genau daraus entsteht der besondere Reiz dieser Spielform, aber auch ihr Ruf als anspruchsvollste Teamvariante.
Nebenbei entsteht ein angenehmer Effekt. Weil nur zwei Bälle unterwegs sind, verkürzt sich die Suchzeit spürbar und die Wege werden kürzer. Während der eine zum Ball geht, kann sich der andere bereits vorbereiten. Rundenzeiten um die drei Stunden sind realistisch, was viele Clubs bei vollen Startlisten gezielt nutzen.
Warum Strafschläge die Reihenfolge nicht verändern
Strafschläge zählen selbstverständlich für das Ergebnis eurer Partei, verschieben aber die Schlagreihenfolge nicht. Dieser Punkt sorgt auf Clubturnieren regelmässig für Diskussionen.
Ein Beispiel macht es eindeutig. Dein Abschlag landet im Aus. Ihr spielt mit Schlag und Distanzverlust weiter, also schlägst du erneut vom Abschlag, jetzt mit dem dritten Schlag. Erst danach ist dein Partner mit dem vierten Schlag an der Reihe. Dieselbe Logik greift bei Entlastung aus einer Penalty Area oder bei einem unspielbaren Ball.
Was beim provisorischen Ball gilt
Den provisorischen Ball spielt derjenige, der auch den ursprünglichen Schlag ausgeführt hat. Danach setzt der reguläre Wechsel ganz normal wieder ein. Wird der ursprüngliche Ball rechtzeitig gefunden und ist er spielbar, ist der provisorische Ball aus dem Spiel. Diese Regel wird auf Clubturnieren häufig falsch gehandhabt, weil viele intuitiv den Partner schlagen lassen wollen.
Wie in dieser Spielform gewertet wird
Die Wertung entscheidet darüber, wie sehr euch ein einzelnes schwaches Loch trifft und ob das Ergebnis überhaupt Auswirkungen auf euer Handicap hat. Beides steht in der Ausschreibung und sollte vor dem ersten Abschlag geklärt sein.
Zählspiel und Lochspiel im Vergleich
Im Zählspiel zählt die Summe aller Schläge, die eure Partei über die gesamte Runde benötigt. Jedes Loch muss beendet werden, damit das Ergebnis gültig ist. Ein einzelnes Desaster schlägt dabei voll durch und kann eine ansonsten gute Runde ruinieren.
Im Lochspiel geht es dagegen Loch für Loch. Wer weniger Schläge braucht, gewinnt das Loch. Bei gleichem Ergebnis ist das Loch halbiert. Ein katastrophales Loch kostet euch also genau ein Loch und nicht die ganze Runde. Für Einsteiger ist das die deutlich angenehmere Variante, weil der Kopf schneller wieder frei wird.
Häufig kombinieren Clubs die Spielform zusätzlich mit einer Punktewertung. Wie diese Zählweisen funktionieren und worin sie sich unterscheiden, haben wir am Beispiel von Scramble und Stableford ausführlich erklärt.
Die gemeinsame Spielvorgabe berechnen

Die verbreitetste Berechnung ist einfach. Ihr addiert beide Course Handicaps und teilt das Ergebnis durch zwei. Bei Handicap 18 und Handicap 26 ergibt das eine Teamvorgabe von 22 für die gesamte Runde.
Vom gemeinsam erspielten Bruttoergebnis wird diese Vorgabe abgezogen, daraus entsteht euer Nettoergebnis. Manche Clubs rechnen abweichend, etwa mit einer Gewichtung zugunsten des stärkeren Spielers. Ein Blick in die Ausschreibung klärt das vorab und erspart Diskussionen bei der Siegerehrung.
Vorgabenwirksamkeit bei Schweizer Clubturnieren
Unter dem World Handicap System fliessen Ergebnisse aus dieser Spielform nicht in deinen Handicap Index ein. Der Grund liegt in der Struktur des Formats. Ihr dürft euch beraten, teilt euch die Verantwortung für den Ball und spielt nicht jeden Schlag selbst.
Handicap-relevant sind ausschliesslich Runden, in denen du jeden einzelnen Schlag eigenständig verantwortest. Teamformate wie der Vierer oder der Scramble fallen ausdrücklich heraus. Das gilt in der Schweiz genauso wie in den umliegenden Verbänden.
Für dich als Einsteiger ist das eine gute Nachricht. Eine schwache Runde kostet dich nichts ausser ein paar Nerven. Genau deshalb eignet sich diese Spielform besonders gut für deinen ersten Turnierstart, wenn du Wettkampfatmosphäre kennenlernen willst, ohne dabei dein Handicap zu riskieren.
Das Format im internationalen Turniersport
Wenn im internationalen Teamgolf von einem Golf Foursome die Rede ist, geht es fast immer um die grossen Kontinentalvergleiche. Dort steht die Spielform seit Jahrzehnten fest im Programm und liefert regelmässig die dramatischsten Momente eines Turniers.
Ryder Cup und Solheim Cup als Bühne
Beim Ryder Cup ist die Spielform eine von drei Varianten, neben dem Vierball und den Einzeln. An den ersten beiden Turniertagen stehen jeweils vier dieser Matches auf dem Programm. Der Solheim Cup setzt das Format bei den Damen identisch ein.
Diese Sessions gelten als die anspruchsvollsten des gesamten Wettbewerbs, weil beide Partner gleichzeitig unter Druck funktionieren müssen. Die Kapitäne stellen deshalb häufig erfahrene Spieler neben Debütanten, um Nervosität abzufedern. Eingespielte Paarungen behalten sie bei, solange die Bilanz stimmt.
Interclub und Mannschaftsmeisterschaften in der Schweiz
Swiss Golf trägt mit der Interclub Championship die Schweizermeisterschaft der Clubs aus. Damen und Herren spielen dabei in mehreren Serien, die besten Teams jeder Serie steigen auf, die letzten steigen ab. Der Siegerclub der höchsten Kategorie ist Schweizermeister.
In den Juniorenserien U18 umfasst jede Begegnung ein Match in dieser Spielform und vier Einzel im Lochspiel. Auch die Interclub-Wettbewerbe für die Altersklasse 50 plus greifen darauf zurück.
Für die meisten Schweizer Clubgolfer ist das der erste echte Kontakt mit dem Format im Wettkampf. Wer für eine Clubmannschaft gemeldet wird, spielt es früher oder später. Deshalb lohnt es sich, die Abläufe vorher zu kennen und nicht erst am ersten Abschlag darüber zu diskutieren.
Taktik für ein starkes Zweierteam
Weil nicht jeder Spieler jeden Schlag ausführen kann, bestimmt die Vorbereitung einen erheblichen Teil des Ergebnisses. Die wichtigsten Weichen stellt ihr, bevor ihr den ersten Ball überhaupt auf das Tee legt.
Info: Dabei geht es weniger um spektakuläre Schläge als um eine nüchterne Einschätzung der eigenen Stärken und der Bahnen, die vor euch liegen.
Wer auf welchen Löchern abschlägt
Nehmt euch vor der Runde die Scorekarte vor und geht die Bahnen durch. Wer sicherer mit dem Driver umgeht, sollte die langen Par 5 übernehmen. Wer die Eisen besser kontrolliert, ist auf den Par 3 die klügere Wahl.
Ein zweiter Gedanke wird dabei oft vergessen. Die Abschlagverteilung entscheidet indirekt auch darüber, wer auf den meisten Grüns den letzten Putt hat. Wenn einer von euch der deutlich sicherere Putter ist, lohnt es sich, die Aufteilung auch daran auszurichten.
Diese eine Entscheidung ist die wichtigste taktische Weichenstellung der gesamten Runde. Ändern könnt ihr sie unterwegs nicht mehr, deshalb verdient sie ein paar Minuten ehrliche Abstimmung im Vorfeld.
Kommunikation und der Umgang mit Fehlschlägen
Sprecht vor jedem Schlag kurz Ziel, Schlägerwahl und Risiko ab. Der Grundsatz lautet Sicherheit vor Länge, weil dein Partner aus genau der Lage weiterspielen muss, die du ihm hinterlässt. Ein sicherer Ball im Fairway hilft eurer Partei mehr als ein riskanter Schlag, der im Rough endet.
Genauso wichtig ist der Umgang mit Fehlern. Ein verzogener Abschlag ist kein Drama, sondern Teil des Formats. Frust auszublenden fällt hier schwerer als im Einzelspiel, weil der Fehler sichtbar beim anderen landet. Klare Absprachen vorab ersparen euch die unangenehmen Diskussionen nach einem schwachen Loch.
Ausrüstung und Vorbereitung auf die Runde
Die Ausrüstungsfrage ist in dieser Spielform ungewöhnlich konkret. Weil ihr euch einen Ball teilt, müsst ihr euch vorher auf ein gemeinsames Modell einigen. Die Schlägersätze bleiben getrennt, ein gemeinsamer Caddie ist dagegen erlaubt.
Ein Ballmodell für beide Partner
Ihr spielt einen einzigen Ball, also braucht ihr eine gemeinsame Entscheidung. Sinnvoll ist ein Modell, mit dem beide ihr Kurzspiel realistisch einschätzen können. Ein Ball mit ungewohntem Spin auf den letzten Metern kostet euch mehr Schläge als ein paar Meter fehlende Länge vom Abschlag.
Bei manchen Turnieren kommt zusätzlich die One Ball Regel aus den Wettspielbedingungen zum Tragen. Dann müsst ihr die gesamte Runde dasselbe Modell spielen, Ersatzbälle eingeschlossen. Prüft das vorher, sonst wird ein verlorener Ball unnötig teuer.
Praktisch bedeutet das, dass ihr mehrere identische Exemplare desselben Modells braucht. Gebrauchte Markenbälle sind dafür eine günstige Lösung, weil du gezielt nach einem bestimmten Typ suchen kannst, statt eine ganze Packung neu zu kaufen.
Genug Bälle im Bag für die gesamte Runde
Auch wenn nur ein Ball gleichzeitig im Spiel ist, gehen über achtzehn Löcher Bälle verloren. Drei bis vier identische Reservebälle sind eine realistische Kalkulation, bei anspruchsvollen Plätzen mit viel Wasser gerne mehr.
Wer regelmässig im Team spielt, teilt sich die Kosten ohnehin. Eine grössere Menge lohnt sich dann doppelt, weil ihr den Vorrat untereinander aufteilen könnt und beide dasselbe Modell im Bag habt. Für diesen Zweck sind unsere Mix-Sets im 50er Netz die wirtschaftlichste Variante.
Häufig gestellte Fragen:
Was bedeutet Foursome im Golf?
Zwei Spieler bilden ein Team und schlagen abwechselnd denselben Ball. Im Deutschen heisst diese Spielform klassischer Vierer.
Was ist der Unterschied zwischen Foursome und Fourball?
Im Vierer spielt das Team einen Ball abwechselnd. Im Fourball spielt jeder seinen eigenen Ball, gewertet wird das bessere Ergebnis pro Loch.
Wer schlägt bei einem Vierer an welchem Loch ab?
Das legt ihr vor dem Start fest. Einer übernimmt die ungeraden Löcher, der andere die geraden. Die Aufteilung gilt die ganze Runde.
Müssen beide Partner denselben Golfball spielen?
Ja, das Team spielt einen einzigen Ball. Ersatzbälle sollten demselben Modell entsprechen, bei manchen Turnieren gilt zusätzlich die One Ball Regel.
