Chippen im Golf lernen und rund ums Grün wertvolle Schläge sparen
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Ein grosser Teil deiner Schläge fällt innerhalb der letzten fünfzig Meter, und genau dort verschenken Einsteiger am meisten. Dafür brauchst du kein Talent, sondern eine feste Technik und zwei klare Entscheidungen vor jedem Schlag. In diesem Beitrag findest du die Bewegung, die passende Schlägerwahl, die häufigsten Fehlerbilder und Übungen, die auch im Garten funktionieren.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Chip ist ein kurzer Annäherungsschlag am Grün mit kurzer Flugphase und langer Rollphase. Die Bewegung ähnelt einem langen Putt und ist deutlich einfacher zu kontrollieren als ein hoher Schlag.
- Der Ball fliegt nur wenige Meter und rollt den grössten Teil der Distanz, typisch sind zwanzig Meter und weniger
- Enger Stand, leicht offene Fussstellung, Ball mittig bis leicht hinten und rund sechzig Prozent des Gewichts auf dem vorderen Bein
- Die Bewegung kommt aus den Schultern, die Handgelenke bleiben ruhig und die Hände führen den Schlägerkopf
- Erst den Ball treffen, dann den Boden, denn wer den Ball hochheben will, bleibt im Rasen hängen
- Als Orientierung dient ein Verhältnis von einem Teil Flug zu zwei Teilen Roll bei mittlerem Loft
- Pitching Wedge oder Eisen acht bis neun sind bei freier Bahn die sichere Wahl, viel Loft bleibt Sonderfällen
- Statt aufs Loch zu zielen, wählst du vor dem Schlag einen konkreten Landepunkt auf dem Grün
- Die häufigsten Fehler sind Gewicht hinten, Ball zu weit vorne und zu viel Handgelenkseinsatz
- Fortschritt kommt über Wiederholung, deshalb sind viele Übungsbälle sinnvoller als wenige teure
Was einen Annäherungsschlag rund ums Grün ausmacht
Der Chip ist einer der kürzesten Schläge im Spiel und trotzdem der, mit dem du am schnellsten Schläge sparst. Der Ball fliegt flach und nur kurz, landet früh und rollt den grössten Teil der Strecke wie ein Putt zum Loch. Typisch sind Entfernungen von zwanzig Metern und weniger, also alles, was direkt am Grün liegt.
Die Ausgangslage ist meist das Vorgrün, die Fairwaykante oder kurzes Rough. Weil die Distanz so gering ist, brauchst du keine Rotation, keine Kraft und keinen vollen Schwung. Die Bewegung erinnert eher an einen verlängerten Putt als an einen Schlag mit dem Eisen, und genau das macht sie für Einsteiger so zugänglich.
Für deinen Score ist dieser Schlag entscheidend. Wenn du das Grün mit der Annäherung verpasst hast, bleiben dir für ein Par nur noch zwei Schläge. Golfer nennen das Up and Down, also Grün verfehlt und trotzdem mit zwei Schlägen im Loch. Gelingt der Chip, hast du einen Putt zum Par. Misslingt er, verlierst du auf einem einzigen Loch schnell zwei Schläge.
Wenn dir Begriffe wie Grün, Vorgrün oder Par noch nicht vertraut sind, solltest du dich zuerst einmal mit den Grundlagen für Einsteiger beschäftigen, um eventuelle Missverständnisse zu vermeiden.
Der Unterschied zum Pitch und zum Putt
Chip und Pitch sind beides Annäherungsschläge, sie unterscheiden sich aber im Verhältnis von Flug und Roll. Beim Chip fliegt der Ball kurz und rollt weit, beim Pitch fliegt er hoch und bleibt nach der Landung schnell liegen. Der Pitch braucht dafür mehr Schwung, mehr Loft und einen bewussten Einsatz der Handgelenke, was zusätzliche Fehlerquellen schafft.
Der Putter fällt aus, sobald der Ball im Rough liegt oder eine unebene Kante zwischen dir und der Grünfläche liegt. Das Gras bremst den Ball unkontrolliert ab, und die Rolllinie lässt sich nicht mehr abschätzen. Genau in dieser Lücke zwischen Putter und Pitch sitzt der Chip.
Für die Praxis heisst das, wähle immer die einfachste Variante, die die Aufgabe löst. Liegt der Ball auf dem Grün, putte. Liegt er knapp daneben mit freier Bahn, chippe. Erst wenn ein Hindernis im Weg ist, kommt der Pitch ins Spiel.

Wann der flache Schlag ans Loch die bessere Wahl ist
Der flache Ball ist die richtige Wahl, wenn die Bahn zwischen Ball und Grün frei ist, also ohne Bunker und ohne Wasser. Steckt die Fahne weit hinten auf dem Grün, spricht ebenfalls alles für einen niedrigen Ball mit langem Auslauf, weil du die Distanz über den Roll aufbaust und nicht über den Flug.
Gegen den flachen Schlag sprechen ein Hindernis direkt vor dir und ein Grün, das stark vom Loch weg abfällt. Dann brauchst du Höhe, damit der Ball nach der Landung nicht durchrollt. Für Spieler mit hohem Handicap bleibt der flache Ball trotzdem die erste Wahl, weil die Fehlermarge im Treffmoment deutlich grösser ist und selbst ein mässig getroffener Chip meist noch brauchbar liegt.
Die Technik Schritt für Schritt
Wer beim Golf chippen lernen will, muss vor allem eines verstehen. Je weniger bewegliche Teile die Bewegung hat, desto verlässlicher wird das Ergebnis. Deshalb baust du die Technik in vier Bausteinen auf, nämlich Stand, Griff, Bewegung und Treffmoment.
Das Ziel ist nicht Weite, sondern Wiederholbarkeit. Wenn dein Ablauf jedes Mal gleich aussieht, wird die Länge planbar. Der angenehme Nebeneffekt ist, dass sich diese Bewegung auch im Winter im Wohnzimmer oder im Keller trainieren lässt, weil sie kaum Platz braucht.
Stand, Ballposition und Gewichtsverteilung
Stell dich schmaler hin als beim normalen Eisenschlag, etwa zwei Schlägerkopfbreiten zwischen den Füssen. Du brauchst keine Körperdrehung, also brauchst du auch keinen breiten Stand. Die Füsse stehen leicht offen zur Ziellinie, dadurch bekommen die Hände im Durchschwung Platz und laufen nicht in den Körper.
Der Ball liegt mittig bis leicht hinten im Stand. Das sorgt für einen etwas steileren Eintreffwinkel und damit für sauberere Treffer. Liegt der Ball zu weit vorne, bewegt sich der Schläger im Treffmoment schon nach oben, und du erwischst ihn mit der Kante.
Dein Gewicht verteilst du zu etwa sechzig Prozent auf das vordere Bein und lässt es dort während der ganzen Bewegung. Beim Üben hilft ein Ausrichtungsstick, den du senkrecht zur Ziellinie neben den Ball legst, damit deine Ballposition jedes Mal gleich ist. Der häufigste Anfängerfehler ist die Kombination aus Ball zu weit vorne und Gewicht hinten, weil daraus fast zwangsläufig ein schlechter Treffer entsteht.

Griff und ruhige Handgelenke
Greif den Schläger etwas kürzer als gewohnt, das gibt dir mehr Kontrolle über den Schlägerkopf. Der Griffdruck ist fest genug für eine ruhige Schlagfläche und locker genug, dass du noch Gefühl für die Länge hast. Bei ganz kurzen Distanzen kannst du auch einen puttähnlichen Griff nutzen, bei dem der Schaft in den Handinnenflächen liegt und die Handgelenke kaum arbeiten können.
Das Ziel hinter allem ist eine Schlagfläche, die sich im Treffmoment möglichst wenig verdreht. Arbeiten die Handgelenke aktiv mit, verändert sich der dynamische Loft von Schlag zu Schlag, und deine Längen schwanken, obwohl sich der Schwung gleich anfühlt.
Die Bewegung aus den Schultern statt aus den Armen
Die Ausholbewegung kommt aus den Schultern, die leicht kippen, während Arme und Handgelenke nur mitgehen. Die Hüfte bleibt stabil, der Unterkörper darf erst im Durchschwung ein wenig mitarbeiten und auch dann nur zurückhaltend.
Führ den Schläger im Rückschwung gerade und seitlich weg, nicht nach innen um den Körper herum. Ein zu weit innen geführter Schläger erzwingt eine Ausgleichsbewegung im Durchschwung, und die geht fast immer auf Kosten des Treffers.
Denk die ganze Sache als langen Putt, dann stimmt das Bild im Kopf. Die Länge steuerst du über die Grösse des Rückschwungs, nicht über Beschleunigung im Treffmoment. Wer aus einem kurzen Rückschwung heraus plötzlich zuschlägt, verliert die Kontrolle über die Distanz komplett.
Den Ball in der Abwärtsbewegung treffen
Die zentrale Reihenfolge lautet erst der Ball, dann der Boden. Der Schläger trifft den Ball also noch in der Abwärtsbewegung. Wer versucht, den Schläger unter den Ball zu schaufeln, um ihm zu Höhe zu verhelfen, bleibt im Boden hängen und schiebt den Ball ein paar Zentimeter vor sich her.
Die Hände führen, der Schlägerkopf folgt und überholt sie nicht. In dieser Reihenfolge gleitet der Bounce, also die Rundung an der Unterseite des Schlägers, durch das Gras statt sich einzugraben. Ein guter Treffer klingt kurz und trocken, und genau dieses Geräusch kannst du im Training als Kontrolle nutzen, ohne auf den Ball zu schauen.

Landepunkt festlegen statt aufs Loch zielen
Such dir vor jedem Schlag einen konkreten Punkt auf dem Grün, auf dem der Ball landen soll. Das Loch ist als Ziel ungeeignet, weil der Ball dort nicht landen, sondern hinrollen soll. Wer aufs Loch zielt, spielt die Flugphase zu lang und wird bei der Länge ungenau.
Mach den Landepunkt sichtbar, etwa über eine kleine Unebenheit, einen Farbwechsel im Gras oder eine alte Pitchmarke. Danach folgt deine Routine in drei Schritten, nämlich Lage prüfen, Landepunkt wählen und den Schläger passend dazu ziehen. Diese Routine verändert vor allem etwas im Kopf, weil die Aufgabe plötzlich klein und lösbar wirkt.
Das Verhältnis von Flugphase und Rollphase
Das Grundprinzip am Grün lautet flach spielen und den Ball arbeiten lassen. Die Rollphase ist die berechenbare Hälfte des Schlags, weil ein rollender Ball auf Neigung und Grüngeschwindigkeit vorhersehbar reagiert.
Dazu gehört ein Realitätscheck. Auf kurzen Distanzen fliegt der Ball nur wenige Zentimeter hoch, ganz egal wie du ihn dir vorstellst. Der Ball soll früh landen und dann wie ein Putt zum Loch laufen, und deine Aufgabe ist es, diesen Ablauf zu planen statt ihn zu erzwingen.
Die Regel eins zu zwei als einfache Orientierung
Bei mittlerem Loft gilt als Faustregel ein Verhältnis von einem Teil Flug zu zwei Teilen Roll. Fliegt der Ball also drei Meter, rollt er anschliessend etwa sechs Meter. Mit mehr Loft verschiebt sich das Verhältnis in Richtung mehr Flug und weniger Roll, mit weniger Loft in die andere Richtung.
Rechenbeispiel für den Landepunkt
Du liegst zwei Meter vor dem Grün, die Fahne steht zehn Meter dahinter. Zusammen sind das zwölf Meter Gesamtdistanz.
- Ein Drittel davon ist Flug, also etwa vier Meter
- Zwei Drittel sind Roll, also etwa acht Meter
- Dein Landepunkt liegt damit rund zwei Meter hinter der Grünkante
Der eigentliche Nutzen dieser Regel liegt in der Konsequenz daraus. Du veränderst nicht die Schlagstärke, sondern den Schläger. Damit bleibt deine Bewegung immer gleich, und die Entscheidung auf der Runde dauert wenige Sekunden.

Warum der Ball früh landen und lange rollen soll
Ein hoher Ball bringt zusätzliche Variablen ins Spiel, nämlich Spin, Wind und eine weiche Landung mit unklarem Verhalten. Ein flacher Ball reduziert die Aufgabe auf eine Rolllinie, die du wie einen Putt lesen kannst. Dazu kommt die grössere Fehlertoleranz, denn ein leicht unsauber getroffener flacher Ball liegt am Ende meist trotzdem in der Nähe der Fahne.
Diese Logik hat zwei Grenzen. Sobald ein Hindernis zwischen Ball und Grün liegt, brauchst du Höhe. Und auf sehr schnellen, harten Grüns kann ein früh landender Ball zu weit durchlaufen. In beiden Fällen verschiebst du den Landepunkt und greifst zu mehr Loft, statt die Bewegung zu verändern.
Welche Schläger sich rund ums Grün anbieten
Der Grundsatz ist einfach. Die Bewegung bleibt gleich, der Schläger bestimmt die Länge. Entscheidend ist dabei der Loft, also der Neigungswinkel der Schlagfläche, denn er legt fest, wie viel der Distanz auf den Flug und wie viel auf den Roll entfällt.
Viele Einsteiger greifen automatisch zum falschen Schläger, weil sie das kurze Spiel mit viel Loft verbinden. Sinnvoll ist stattdessen ein festes Repertoire aus zwei bis vier Schlägern, mit denen du die üblichen Aufgaben am Grün abdeckst. Wie stark der Ball am Grün stoppt, hängt am Ende auch vom Ball selbst ab, weshalb sich ein Blick auf die einzelnen Ballmodelle lohnt.

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Pitching Wedge, Sand Wedge und Lob Wedge im Vergleich
Das Pitching Wedge liegt üblicherweise bei vierundvierzig bis achtundvierzig Grad und ist die solide Standardlösung mit viel Roll. Für die meisten Aufgaben direkt am Grün reicht dieser Schläger vollkommen aus.
Das Sand Wedge mit etwa vierundfünfzig bis sechsundfünfzig Grad bringt mehr Flug und weniger Roll, verlangt dafür aber einen präziseren Treffer. Das Lob Wedge mit achtundfünfzig Grad und mehr gehört in klare Sondersituationen, etwa über einen Bunker mit wenig Grün dahinter.
Mit steigendem Loft wird die vordere Kante des Schlägers zum Risiko. Triffst du den Ball mit dieser Kante, schiesst er flach über das Grün hinaus, obwohl du eigentlich Höhe wolltest. Genau deshalb sind kurze Eisen wie das Eisen acht oder neun für Einsteiger oft die entspanntere Wahl, denn sie verzeihen mehr und liefern von sich aus den langen Roll.
Schlägerwahl auf einen Blick
- Fahne weit hinten und viel Grün vor dir, dann Eisen acht oder neun
- Mittlere Distanz mit normaler Fahnenposition, dann Pitching Wedge
- Kurze Distanz mit wenig Grün zum Ausrollen, dann Sand Wedge
- Bunker direkt vor dir und kaum Platz dahinter, dann Lob Wedge

Mit einem Schläger arbeiten oder mit mehreren
Es gibt zwei Wege. Bei der ersten Variante nutzt du immer den gleichen Schläger und steuerst die Länge über die Grösse des Schwungs. Bei der zweiten Variante behältst du die Schwunggrösse bei und steuerst die Länge über den Loft, wechselst also den Schläger.
Für Spieler mit hohem Handicap hat die erste Variante den Vorteil, dass sie nur ein Werkzeug kennenlernen müssen, dafür aber ein feines Gefühl für Schwunglängen brauchen. Die zweite Variante ist auf der Runde schneller entschieden, verlangt aber Vertrautheit mit mehreren Schlägern. Fang mit einem Schläger an, gewinne Sicherheit und erweitere danach auf zwei oder drei. Beim Üben merkst du schnell, welcher Weg dir liegt.
Häufige Fehler und wie du sie abstellst
Wenn dein Chippen beim Golf nicht funktioniert, liegt es fast immer an einer von drei Ursachen, nämlich der Gewichtsverteilung, der Ballposition oder zu aktiven Handgelenken. Das ist die gute Nachricht, denn du musst nicht alles gleichzeitig reparieren.
Auf der Runde erkennst du am Ergebnis, welcher Fehler vorliegt, und im Training reicht ein Fehler pro Einheit. Wer drei Baustellen parallel bearbeitet, verbessert am Ende keine davon.

Getoppte und fett getroffene Schläge
Beim getoppten Schlag erwischt du den Ball zu hoch, er rennt flach über das Grün und bleibt erst weit dahinter liegen. Beim fett getroffenen Schlag setzt der Schläger vor dem Ball auf, das Gras bremst alles ab und der Ball bewegt sich kaum. Beide Fehlerbilder sehen völlig unterschiedlich aus, haben aber meist dieselbe Wurzel.
Die typische Kombination lautet Gewicht hinten und Ball zu weit vorne. Dadurch liegt der tiefste Punkt der Bewegung hinter dem Ball, und ab da entscheidet der Zufall, ob du den Boden oder die Oberkante des Balls zuerst berührst. Die Korrektur lautet Gewicht auf das vordere Bein und Ball eine halbe Ballbreite zurück.
Zur Kontrolle legst du im Training ein Handtuch etwa eine Handbreit hinter den Ball. Berührst du das Handtuch, war dein Tiefpunkt zu früh. Nicht unterschätzen solltest du den mentalen Anteil, denn die Angst vor dem fetten Treffer bremst die Bewegung ab und erzeugt genau den Fehler, den du vermeiden willst.
Zu viel Handgelenkseinsatz in der Bewegung
Diesen Fehler erkennst du an stark schwankenden Längen bei scheinbar gleichem Schwung. Der Grund liegt darin, dass aktive Handgelenke sowohl den Tiefpunkt der Bewegung als auch den Loft im Treffmoment verändern, und zwar bei jedem Schlag ein bisschen anders.
Die Korrektur läuft über eine ruhige Schlagfläche und die Führung aus den Schultern. Eine bewährte Übung ist ein zweiter Schlägergriff oder ein Stick, den du am Unterarm entlang in den Griff schiebst. Knickt dein Handgelenk zu früh ein, stösst der Stick gegen den Arm und du merkst es sofort. Fortgeschrittene Spieler setzen die Handgelenke später durchaus bewusst ein, für Einsteiger bleibt die ruhige Variante aber der schnellere Weg zu verlässlichen Ergebnissen.
Die falsche Schlägerwahl für die jeweilige Lage
Liegt der Ball im dichten Rough, brauchst du mehr Loft und einen etwas steileren Weg zum Ball, weil das Gras den Schläger sonst verdreht. Auf festem, kurz gemähtem Untergrund ist es umgekehrt, dort passt weniger Loft mit einem breiten Bounce, der nicht in den Boden schneidet.
Nasses Gras verändert das Verhalten des Schlägerblatts zusätzlich, weil es schneller durchrutscht und der Ball weniger Spin annimmt. Auch die Neigung spielt mit. Am Aufwärtshang bekommt der Ball von sich aus Höhe, am Abwärtshang brauchst du mehr Loft, damit er nicht flach vom Hang wegschiesst.
Übungen für ein verlässliches kurzes Spiel
Zehn Minuten regelmässig bringen dir mehr als eine lange Einheit pro Monat. Für das Training brauchst du drei Dinge, nämlich eine Fläche, ein klar definiertes Ziel und genügend Bälle, damit du nicht nach acht Schlägen wieder sammeln gehst.
Genau an diesem Punkt lohnt sich ein Blick auf die Menge statt auf die Verpackung. Wer ein paar Dutzend Bälle im Netz zu Hause hat, übt einfach öfter, und im kurzen Spiel geht selten ein Ball verloren. Für diesen Zweck sind Golfbälle im 50er Netz die naheliegende Lösung, weil du bis zu siebzig Prozent gegenüber neuen Bällen sparst. Fortschritt machst du messbar, indem du Trefferzonen festlegst und zählst, wie viele Bälle darin liegen.

Gelbe Golfbälle – 50er Mix-Set
Fünfzig gelbe Bälle verschiedener Marken im Netz. Gut sichtbar im Rough und auf der Übungswiese – ideal, wenn du viele Bälle zum Chippen brauchst.

Matte Bälle in vielen Farben, ohne Glanz und Blendung. Fünfzig Stück im Netz für Training, Garten und die Runde mit hohem Ballverlust.
Der Leiter-Drill für die Längenkontrolle
Für diese Übung legst du mehrere Zielzonen in gestaffelten Abständen an, zum Beispiel bei fünf, zehn und fünfzehn Metern. Markieren kannst du sie mit Sticks, Handtüchern oder einfach mit Tees, die du in einer Reihe steckst.
Dann spielst du je drei Bälle in die erste Zone, danach drei in die zweite und drei in die dritte. Deine Steuergrösse ist immer die Länge des Rückschwungs, niemals die Kraft. Sobald du beschleunigst, um mehr Länge zu erzeugen, verlierst du den sauberen Treffer.
Wenn die Übung leicht fällt, machst du sie schwerer, indem du die Zonen zufällig ansagst statt sie nacheinander abzuarbeiten. Genau das passiert nämlich auf dem Platz, wo dich nie zwei gleiche Distanzen hintereinander erwarten. Für Einsteiger sind zwanzig bis dreissig Bälle pro Einheit ein sinnvoller Umfang, danach lässt die Konzentration ohnehin nach.

Sauberer Ballkontakt mit einfachen Hilfsmitteln
Zwei Sticks, die du parallel zur Ziellinie auf den Boden legst, machen den Weg des Schlägers sichtbar. Eine Münze oder ein Tee auf dem Grün gibt dir einen festen Landepunkt für die Zielarbeit. Und ein zweiter Ball, den du eine Handbreit vor dem eigentlichen Ball ablegst, zeigt dir, ob du wirklich nach vorne durchschwingst.
Zu Hause funktioniert die Bewegung auf einem kurzflorigen Teppich, im Garten mit einem Netz oder auf einer freien Wiese. Zehn bis fünfzehn Wiederholungen pro Übung reichen, wichtiger als der Umfang ist die Regelmässigkeit. Nimm am Ende immer eine feste Routine mit auf den Platz, damit die Arbeit im Training auf der Runde ankommt.
Wenn du für dein Training noch die passende Fläche suchst und keinem Club angehörst, findest du in unserem Beitrag zum Golfen ohne Clubmitgliedschaft in der Schweiz die Möglichkeiten von der Driving Range bis zur öffentlichen Anlage.
Häufige Fragen zum Spiel am Grün
Was bedeutet Chippen genau?
Ein Chip ist ein kurzer Annäherungsschlag am Grün. Der Ball fliegt nur wenige Meter flach und rollt danach den grössten Teil der Distanz.
Was ist der Unterschied zwischen Chippen und Pitchen?
Beim Chippen fliegt der Ball kurz und rollt weit. Beim Pitchen fliegt er hoch und weit und bleibt nach dem Landen schnell liegen.
Welcher Schläger eignet sich am besten für kurze Annäherungsschläge?
Bei freier Bahn passt ein Pitching Wedge oder ein Eisen acht bis neun. Viel Loft wie beim Lob Wedge bleibt echten Sonderfällen vorbehalten.
Warum bleibe ich mit dem Schläger im Boden hängen?
Meist liegt das Gewicht hinten oder der Ball zu weit vorne. Triff erst den Ball und dann den Boden, mit Gewicht auf dem vorderen Bein.